Montag, der 5. Januar 2009

Bootsflüchtlinge 2008

Die Süddeutsche Zeitung hat gemeldet (2.1.2009), dass 2008 wesentlich mehr Flüchtlinge per Boot nach Europa gekommen sind als noch 2007. Diese gehe, so die Süddeutsche Zeitung, aus noch unveröffentlichen Zahlen des UNHCR hervor. Es gibt auch nach Ländern aufgeschlüsselte Zahlen.

Spanien: 11985 (2007: 10348, +15.8%)
Italien: 34026 (19597, +73.6%), davon Lampedusa: 29015 (11891, +144%)
Malta: 2688 (1702, +57.9%)
Griechenland: 14581 (8876, +67.3%)
Zypern: 1094 (265, +312.8%)
insgesamt: 64374 (40878, +57,4%)

Was lässt sich nun in die Zahlen hineinlesen? Erstens nimmt die Flucht über das Meer allgemein zu (+60%). Aber es lässt sich eine Verdrängung der Fluchtrouten in den östlicheren Teil des Mittelmeers beobachten, wie es hier auf der Seite schon mal prognostiziert wurde.

Was bedeutet das nun für Frontex? Spanien hat einen unterdurschnittlichen Anstieg, dies dürfte auf die nun schon länger laufende Hera Mission zurückzuführen sein. Die Mission Nautilus 2009 vor Malta und Italien ist ja bekanntermassen gescheitert. In dem Artikel wird allerdings schon angekündigt, was kommen wird:

Italien, Malta, Griechenland und Zypern wollen beim Treffen der EU-Innenminister am 13. Januar in Prag über gemeinsame Maßnahmen im Umgang mit den Bootsflüchtlingen beraten.

Das wird dann wahrscheinlich wieder mehr Appelle an Frontex und die Mitgliedsstaaten bedeuten, eventuell mehr Geld. Eine grundlegende Änderung der Flüchtlingspolitik der EU ist eher unwahrscheinlich.

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