Dienstag, der 6. Oktober 2009

Frontex reagiert

Nachdem der Unmut über Frontex nach dem gestrigen Bericht in Report Mainz zumindest im Internet gut sichtbar ist, geht Frontex in die Gegenoffensive. Associated Press berichtet:

Die Europäische Grenzschutzagentur Frontex hat Medienberichte zurückgewiesen, denen zufolge tausende Bootsflüchtlinge mitten auf der Überfahrt Richtung Europa zur Umkehr gezwungen wurden. Zwar seien im vergangenen Jahr tatsächlich 5.969 Bootsflüchtlinge nach Senegal oder Mauretanien zurückgeschickt worden, teilte ein Frontex-Sprecher am Dienstag unter Verweis auf eine bereits im Februar veröffentlichte Statistik mit. Sie hätten sich aber noch in den Hoheitsgewässern der beiden westafrikanischen Staaten befunden, dies bedeute eine Entfernung von rund 22 Kilometern von der Küste.

Das widerspricht sich zwar mit den Aussagen in dem Film, ist meiner Meinung nach nicht ganz unplausibel. Denn tatsächlich patroulliert Frontex die Küstengewässer Senegals und Mauretaniens, also da, wo Leute ablegen. Die gesamte Strecke bis zu den Kanarischen Inseln zu überwachen wäre etwas sehr aufwendig, sogar mit den ganzen Hightechsatellitenspielzeug, mit dem Frontex so gerne angibt.

Den Fällen aus der Doku von Report Mainz muss auf jeden Fall nachgegangen werden, aber die Frage, die abseits der ganzen menschenrechtlichen Kritik gestellt werden muss, ist doch vielmehr: Wollen wir, dass die europäische Grenze vor Westafrika verläuft? Das ist doch der eigentliche Skandal.